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4.-6.2.2019 Konfi-Teamerausbildungen gestalte nach den Standards der Teamercard der Nordkirche - Koppelsberg/ Plön

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Zur Einführung der Teamercard der Nordkirche

In vielen Gemeinden und Kirchenkreisen ist in den letzten Jahren ein wachsendes Interesse Jugendlicher zu verzeichnen, sich bereits ab 14 Jahren (nach der Konfirmation und vor der JuleiCa) ehrenamtlich in der Arbeit mit Kindern, KonfirmandInnen und Jugendlichen als „TeamerIn“ zu engagieren.
Diese hohe Bereitschaft von Jugendlichen sehen wir als Chance und gemeinsame Herausforderung, das freiwillige Engagement von Jugendlichen in diesem Bereich zu fördern, anzuerkennen und gezielt zu gestalten.
Jugendpfarrämter, Regionen und Gemeinden haben vielerorts Aus- und Fortbildungsmodelle entwickelt, die bereits jüngere Jugendliche auf eine ehrenamtliche Aufgabe vorbereiten und die Kompetenzen von Jugendlichen im Alter ab 14 Jahren fördern. Dabei sind oft neue Verknüpfungen von KonfirmandInnen- und Jugendarbeit entstanden.

Die Initiative zur Einführung der Teamercard der Nordkirche an der Schnittstelle zwischen KonfirmandInnen- und Jugendarbeit entspringt einem gemeinsamen Anliegen. Sie ist Ausdruck der Erfahrung und des gewachsenen Bemühens, dass KonfirmandInnen- und Jugendarbeit sich stark aufeinander beziehen und eine stärkere Vernetzung der Bereiche gewünscht ist. (1)

Die KonfirmandInnenzeit ist mit ihrem Abschluss durch die Konfirmation (Bekenntnis als Momentaufnahme und Segen für die Lebensreise) als Schwellenritual zwischen Kindheit und Erwachsenenleben ein biographisches Projekt. Sie hat einen Fokus in der lebensrelevanten Vermittlung bzw. Aneignung von Inhalten und in der Inszenierung von Lernprozessen (Erleben – Verstehen – Handeln). Mit traditionellen Wurzeln in der Katechese gehört sie zu den Kernaufgaben der PastorInnen und geschieht in Verantwortung der Gemeinde.
Aktuelle KonfirmandInnenarbeit hat sich stark verändert. Sie geht von Beziehungsarbeit aus und ist gruppenpädagogisch orientiert. Neue Organisationsformen, die Arbeit im Team mit Haupt- und Ehrenamtlichen, Subjektorientierung, erlebnis- und handlungsorientierte Ansätze und Methoden fördern gemeinsames Leben und Lernen. Viele Aspekte evangelischer Jugendarbeit werden hier aufgegriffen.
 

Die Evangelische Jugend ist entstanden als selbstständige Bewegung, bewusst neben der verfassten Kirche und von daher in die Kirche hineinwirkend. Partizipation, Freiwilligkeit und Selbstorganisation sind zentral für das Selbstverständnis Evangelischer Jugend.Aktuelle Jugendarbeit befindet sich im Wandel. Treffpunkte und Freizeitaktivitäten organisieren Jugendliche heute oft selbst. Es geht stärker darum, Konzepte anzubieten und Situationen zu schaffen, in denen Jugendliche sinnvoll etwas tun können, wodurch sie sich als bedeutsam erleben und Anerkennung erhalten können. Jugendliche wollen „kaum mehr als bloße ‚TeilnehmerInnen’ kommen, ... sondern zunehmend ihren Platz als Akteure im Raum der Kirche finden und selbst gestalten.“ (2) Hier werden zum Teil Erfahrungen aus der verantwortlichen Mitgestaltung im „Projekt KonfirmandInnenzeit“ aufgegriffen.


Bei der Förderung von Bildungsmaßnahmen ab 14 Jahren geht es um eine bewusste Vernetzung und gegenseitige Bezugnahme von KonfirmandInnen- und Jugendarbeit. Der gemeinsame Bezugspunkt ist die Lebens- und Glaubenswirklichkeit von Jugendlichen.
In der Einbeziehung und Ausbildung jugendlicher TeamerInnen liegt die Chance, Kirche selbst als lernende Organisation zu verstehen und die unterschiedlichen Kompetenzen, Fähigkeiten und Begabungen der Jugendlichen sowie der haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden für die Veränderungsprozesse kirchlicher Arbeit mit Kindern, KonfirmandInnen und Jugendlichen - und letztlich der Kirche selbst - wahr- und ernstzunehmen. (3) Konfessionslose Jugendliche sind eingeladen, die Möglichkeiten der Teamercard für sich zu nutzen und darin Kirche als vereinnahmungsfreien Lern- und Erfahrungsraum zu entdecken.

Mit der Teamercard sollen die bestehenden Maßnahmen zur Förderung des Ehrenamtes für Jugendliche ab 14 Jahren gewürdigt und gefördert werden. Die Gemeinden und Regionen sollen angeregt werden, ehrenamtliches Engagement nach der Konfirmation in der Arbeit mit Kindern, KonfirmandInnen und Jugendlichen zu ermöglichen.

Mit der Einführung von Standards und einem einheitlichen Zertifikat für Fortbildungsmaßnahmen ab 14 Jahren (Konfi-Teamer-Ausbildungen, Trainee-Programme u. a.) in der Nordkirche wollen wir:

- Bildungsangebote für Jugendliche ab 14 Jahren in der Nordelbischen Arbeit mit Kindern, KonfirmandInnen und    Jugendlichen fördern und stärker sichtbar machen.

- freiwilliges Engagement von jüngeren Jugendlichen anerkennen und stärken.

- durch verbindliche Standards für Bildungsmaßnahmen in diesem Bereich Qualität sichern und weiterentwickeln.

- regionale Zusammenarbeit in Stadt und Land fördern.

- professionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe von PastorInnen, DiakonInnen, pädagogischen MitarbeiterInnen,     Haupt- und Ehrenamtlichen in der Kinder-, Jugend- und KonfirmandInnenarbeit fördern.

- durch die Arbeit an einem gemeinsamen Bildungsverständnis und entsprechender Praxis, die sich auf die Lebens-und Glaubenswirklichkeit Jugendlicher beziehen, Kirche gestalten.

 

 

 

1) Zur Beziehung von Konfirmanden- und Jugendarbeit vgl. Langbein 2001, Noak 2008
2) 
Ilg/ Schweitzer/ Elsenbast in Verbindung mit Otte 2009, S. 101 unter Verweis auf Fauser/ Fischer/ Münchmeier 2007, Krebs/ vom Schemm 2006, Adler/ Feußner/ Schlenker-Gutbrod 2007
3) 
Ein Ergebnis der bundesweiten Studie zur Konfirmandenarbeit: Die Teamer „sind die besten Beispiele dafür, dass Kirche Spaß machen kann und ein lohnender Ort für ehrenamtliches Engagement ist. Die Rolle der Teamer darf jedoch nicht nur auf besondere Aktivitäten verkürzt werden. Wie die Analyse der von Mitarbeitenden und Konfirmanden gewünschten Themen ...nachweist, stehen sie mit ihren Themensetzungen den Konfirmanden näher als die Pfarrerinnen und Pfarrer – ohne deshalb die Inhalte des Glaubens zu vernachlässigen.“ Ilg/ Schweitzer/ Elsenbast/ Otte 2009, S. 162